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Die Stabile Seitenlage

 

 

 

Stabile Seitenlage 1

Die Stabile Seitenlage

Während durch den lebensrettenden Handgriff zunächst die Atemwege frei gemacht werden, dient die stabile Seitenlage darüber hinaus dem Zweck, eine versehentliche Einatmung von Flüssigkeit und Feststoffen, wie Speichel, Blut und Erbrochenem, zu verhindern. Dieser Aspekt ist wesentlich, da Bewusst- seinsgestörte sich häufig unbemerkt erbrechen und infolge dessen oft an ihrem Erbrochenen ersticken.

Anwendung

Eine reglose Person wird zunächst auf dem Rücken gelagert, um Bewusstsein und Atmung zu überprüfen (Diagnostischer Block), weswegen dies meist die Ausgangsposition für weitere Maßnahmen ist. Wenn der Betroffene trotz gestörten Bewusstseins selbstständig atmet, wird er in die stabile Seitenlage verbracht. Zum Schutz gegen Witterungseinflüsse wird er danach vorzugsweise in eine Rettungsdecke eingewickelt, um Auskühlung beziehungsweise Überhitzung zu vermeiden. Bis zum Eintreffen des per Notruf alarmierten Rettungsdienstes wird der Betroffene ständig überwacht. So können bei einer Verschlechterung des Zustandes rechtzeitig weitere Maßnahmen eingeleitet und erwachende Betroffene beruhigt werden. Die stabile Seitenlage wird vornehmlich von Laienhelfern angewendet.

Durchführung

Aus einer Position seitlich des auf dem Rücken Liegenden wird das Becken auf der dem Helfer zugewandten Seite des Betroffenen angehoben und dessen gestreckter Arm unter seinen Rücken geschoben. So stört er nicht beim anschließenden Drehen und kann danach gegen Zurückfallen in die Rückenlage absichern helfen. Wird der Arm nur unvollständig gestreckt, kann es beim Drehen zu Verletzungen des Ellbogengelenks kommen. Der andere Arm wird über die Brust gelegt, damit er beim Drehen nicht zurück bleibt. Das dem Helfer nahe Bein wird, entsprechend der angestrebten Lage zum Ende des Vorgangs, angewinkelt und kann so später ein Weiterfallen in die Bauchlage verhindern.

Anschließend wird durch gleichmäßigen Zug an Schulter und Becken der gegenüberliegenden Seite in Richtung des Helfers eine Drehung des Körpers um die Längsachse min eine seitliche Position erreicht. Besonders bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen wird der Kopf dabei vorzugsweise von einem zweiten Helfer unter leichtem Zug in Verlängerung der Längsachse im gleichen Tempo vorsichtig mitgedreht, wodurch die Gefahr weiterer Schäden minimiert wird. Sind mehrere Helfer anwesend, kann der Körper nach Absprache zudem besonders schonend gemeinschaftlich gedreht werden. Bei einem bereits in Bauchlage befindlichen Betroffenen hingegen braucht lediglich das Becken auf der dem Gesicht des Betroffenen zugewandten Seite angehoben und das unten liegende Bein am Kniegelenk nach vorne gezogen zu werden, um diese Position zu erreichen.

Als wesentlicher Bestandteil der stabilen Seitenlage zeigt nun die Mundöffnung bereits nach unten, wodurch Speichel und Erbrochenes leicht aus der Mundhöhle abfließen können und ein versehentliches Einatmen weitestgehend verhindert wird. Zur weiteren Sicherung der freien Atmung wird der Kopf in dieser Position wieder überstreckt und eine Hand unterhalb des Kinns positioniert, um diese Stellung des Kopfes zu fixieren. Als letztes wird der hinter dem Rücken liegende Arm in Richtung Hinterkopf hochgezogen und angewinkelt, um eine Zurückrollen in die Rückenlage zu verhindern. Befindet sich der Betroffene im Schock kann es – je nach Zustand des Betroffenen – sinnvoll sein, zusätzlich eine von den Füßen zum Kopf hin abfallende Schräglagerung (Schocklage) vorzunehmen. So kann das der Schwerkraft folgende Blut aus den Beinen für den zentralen Kreislauf zur Versorgung der lebenswichtigen inneren Organe und des Gehirns mit Sauerstoff genutzt werden.

Wenn der Betroffene ungewöhnlicher Weise länger als eine halbe Stunde in der stabilen Seitenlage verbleibt, wird die Blutzirkulation in den untenliegenden Anteilen des Körpers durch das auf ihnen lastende Körpereigengewicht zunehmend behindert. Sofern keine wesentlichen Gründe dagegensprechen, ist in diesen Fällen eine Umbettung auf die andere Körperseite vorteilhaft.

Besonderheiten

Die stabile Seitenlage wird auch bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen angewendet, da die Gefahr des Erstickungstodes durch ein mögliches Verlegen der Atemwege höher bewertet wird als die Gefahr weiterer Wirbelsäulenschäden.

Weist der Betroffene eine Verletzung im Bereich des Brustkorbs oder der Lunge auf, wird er auf die verletzte Seite gedreht, damit die dann oben liegende, unbeeinträchtigte Lungenhälfte sich während der Einatmung frei entfalten kann und eventuelle Blutungen abgedrückt werden.

Schwangere Frauen werden tendenziell auf der linken Seite gelagert, da so der gemeinsame Kreislauf von Mutter und Fötus am Besten entlastet werden kann.

 

 

Stabile Seitenlage 2

 

 

Stabile Seitenlage 3

 

 

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