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Feuerlöscher verhinderte Schlimmeres

 

Bauer Aunkofer kämpfte gegen die Flammenhölle

Quelle Text und Bild: Mittelbayerische Zeitung vom 18.08.2010

 

 

News Brand Herrnsaal Artikel 2

Franz Aunkofer im ausgebrannten Dachstuhl des Getreidelagers

Franz Aunkofer hatte schon einige Unfälle und nun hat den Biobauern aus Herrnsaal wieder ein Schicksalsschlag getroffen: Ein Feuer im Getreidelager richtete am Sonntag gegen 22.30 Uhr nach einer ersten Schätzung der Polizei einen Schaden von 100 000 Euro an. Ein eventueller Getreideschaden ist dabei laut Pressesprecher Josef Eckl nicht einbezogen. Die bisherige Getreideernte sei eigentlich ganz gut gewesen, sagt Franz Aunkofer. Aber gestern wusste er noch nicht, ob die Ernte nach dem Brand auch genutzt werden könne. Gelagert waren in dem Gebäude 70 Tonnen – unter anderem Dinkel und Emmer. Das Eingelagerte müsse erst getrocknet werden und dann könne im Labor untersucht werden, „ob ein Rauch oder Wasserschaden am Getreide aufgetreten ist“.Dem 59-jährigen Franz Aunkofer ist am Dienstagvormittag anzusehen, dass ihm der Brand zugesetzt hat. Er versuchte auch gestern Anlagen ausfindig zu machen, die über eine indirekte Trocknung (dabei kämen keine Abgase ins Getreide) verfügen und schnell Termine zu bekommen. Unterstützung erfuhr er dabei vom Maschinenring und auch von einem Biobauern aus Teugn. „Im Augenblick ist es ein großes Problem, eine indirekte Trocknung aufzutreiben, weil alle Anlagen ausgelastet sind aufgrund der nassen Witterung.“ Bis zum Mittag gab es dann aber doch den einen oder anderen Lichtblick und auch die ersten Ladungen konnten zu einem Lagerhaus nach Kelheim transportiert werden. Der Chef vom Riedenburger Brauhaus, Michael Krieger, „ist am Montag zweimal da gewesen und hat sich gekümmert, dass wir die Gerste ins Lagerhaus nach Riedenburg liefern können“. Diese Riedenburger Brauerei „ist der Hauptabnehmer von unserem Getreide“, sagt Aunkofer. Der Herrnsaaler Landwirt und seine Frau Agnes freuen sich über Unterstützung, die sie nach dem Brand von Verwandten, Freunden und Nachbarn bei den Aufräumarbeiten erfahren haben. Und sie sind auch voll des Lobes über Hilfe durch die Feuerwehrkräfte, die sehr schnell gekommen waren. Aunkofer hatte den Brand selber bemerkt, als er und seine Frau den Besuch am Sonntagabend verabschiedeten und sehen wollten, „ob‘s schon wieder regnet“. Die Linde vor der Terrasse habe „geflackert“, es sei ein Feuerschein gewesen. Beim Gang um das Haus habe man dann Feuer aus dem Dach des Getreidelagers kommen sehen. „Um Gotteswillen, was ist da los?“ Der Frau habe er gesagt, sofort die Feuerwehr anzurufen „und ich bin sofort zum Feuerlöscher, der griffbereit in dem Gebäude untergebracht war“. Drei Treppen – insgesamt zirka 50 Stufen – musste Aunkofer dann bis zum Dachboden des Getreidelagers hochlaufen. Nachdem er den Inhalt des ersten Feuerlöschers versprüht hatte, „war das Feuer stark dezimiert. Ich hatte schon die Hoffnung, das es fast aus ist.“ Er holte noch einen zweiten Feuerlöscher aus dem Nebengebäude und lief wieder die drei Treppen rauf. „Dann war ich atemlos. Oben im dritten Stockwerk war die Rauchentwicklung so stark, dass ich mich nur kurz dort aufhielt und hab’ den Löscherinhalt nochmals versprüht. Ich hab’ sehr viel Rauch eingeatmet.“ Die Frau habe einen dritten Feuerlöscher gebracht, mit dem Aunkofer dann noch vom zweiten Stockwerk in die darüberliegende Etage sprühte. „Da hat der Neffe noch geholfen, dann mussten wir raus.“ Das habe sich alles in wenigen Minuten abgespielt, dann heulten auch schon Sirenen und ein Nachbar sei als Erster auf den Hof gekommen. Zu der Zeit sei das Feuer schon sehr weit zu sehen gewesen. Auch die Ortsfeuerwehr sei rasch eingetroffen und „hat gleich die Löschwasserversorgung aufgebaut und mit Wasser zum Löschen angefangen“. Er habe gebeten, das anliegende Gebäude, in dem sich der Schweinestall befindet, in erster Linie zu schützen. Und bereits ungefähr nach einer Viertelstunde, nachdem die Frau angerufen hatte, sei auch die Feuerwehr Kelheim eingetroffen. Auch Kräfte von Polizei und Rotem Kreuz seien anwesend gewesen. Zahlreiche Feuerwehrleute hätten die Flammen bekämpft. Um 3.30 Uhr sei mit der Wärmebildkamera der letzte Glutherd in einem Rohr im Untergeschoss entdeckt worden. Gegen 4.30 Uhr war nach Angaben von Aunkofer das Feuer gelöscht. Die Brandfahnder sagten, eine Erhitzung durch einen technischen Defekt sei Schuld am Feuer. „Da ist etwas heiß gelaufen, vermutlich der Elevator.“ Es handelt sich dabei um eine Einrichtung zur Getreideförderung. Diese habe er am Sonntag gegen 14 Uhr ausgeschaltet. „Wir warten noch auf Experten der Versicherung. Bis Dienstagmittag hat sich noch keiner gerührt“, so Aunkofer. Um 4 Uhr ist der Landwirt gestern wach geworden und dann sei in ihm wieder das Bild vom Feuer hochgekommen. „Wenn wir mit unseren Feuerlöschern den Brand nicht verzögert hätten, dann glaube ich, hätte man nichts mehr retten können, auch den Stall nicht.“ Denn das Feuer sei „im Schritttempo nach Westen gewandert“.

 

 

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